header Neurographik 3

aus den Augenwinkeln seit Jahren im Blick - und im richtigen Augenblick angefasst

Vorweg gesagt, ich liebe Mosaike, mit Glas- und Fließenscherben, Knöpfen und Münzen und so allem was man noch darin verstecken kann. Schon vor über 10 Jahren habe ich daher einen Mosaik- und einen Tiffany-Kurs gemacht und zeitweise alles mit Mosaiken versehen, was mir unter die Finger kam. Das hat wirklich Spaß gemacht. Über meine Passion für Zentangle trat es aber in den Hintergrund. 

Als ich dann vor vielen Jahren die ersten NeuroGraphik-Bilder sah, war ich sofort interessiert, hatte aber nicht die Ressourcen, mir das genauer anzusehen. 
Neurographik 1 ETR

Neurographik 1 ETR

Meine ersten Stolperer zu diesem Thema, wie ich zwischenzeitlich weiß keine wirkliche NeuroGraphik, weil sehr wichtige Schritte fehlen, und seine besondere Geschichte dazu.


Ende letzten Jahres sah ich bei Simone Bischoff wunderschöne NeuroGraphik-Bilder. Das machte Appetit und nur das Ansehen fühlte sich wie Balsam auf meine wunde Seele an. Im Februar führte ich die ersten Gespräche zu diesem Thema mit Corinne Keller und nach meinem Abschied-CZT-Seminar im März und der dazugehörigen Pause, machte ich mich auf Jörg Lehmanns Seiten schlau, um was es da eigentlich geht und umpirschte das Thema, was ad hoc Beschleunigung erfahren sollte.

Gerade warmgezeichnet und mit dem kostenlosen Online-Workshop Thema "Loslassen" begonnen, und noch nicht fertig mit dem ersten Abrunden, erhielt ich eine Nachricht von meinem Bruder. Meine Mutter hatte an diesem Vormittag beschlossen, dass es gut ist und sie jetzt bereit wäre zu sterben und sie zeitnah auf die Paliativstation verlegt würde. Die Corona-Bestimmungen, ließen nur 5 Personen zu, ob ich kommen wollen würde, für die letzten Tage, die Ärzte könnten keine Aussagen machen, wie lange sie noch hätte.

Kurzes Vakuum - dann passierte gefühlt alles gleichzeitig - ich fotografierte ich den Stand der Porzellanschrankes für meine Mutter, Tom gab in der Firma Bescheid und rüstete sich für ein fernes Homeoffice aus, ich warf ein paar Klamotten zusammen und etwas Material zum Tangeln und auch - ganz ungewöhnlich für mich - Buntstifte, rief Maria an, dass sie sich bitte um Sanaar kümmert solange wir nicht da sind und versuchte nebenbei eine Unterkunft in Passau in Krankenhausnähe auf unbestimmte Zeit zu bekommen, was nicht einfach war in Zeiten von Corona. Das Ordnungsamt beruhigte mich und dann fand ich die wunderschöne Pension "das Hornsteiner" - ein absoluter Glücksgriff für Tom und mich. Nach über 4 Stunden anstrengender Autofahrt, kamen wir zuerst im Hotel an und Tom brachte mich dann gleich ins Krankenhaus. Es ging nicht anders, denn ich war im Schockzustand, derart unruhig und voller Angst, dass an Schlafen nicht zu denken war. 

Die Paliativstation in Passau ist ein TRAUM, möchte ich bemerken und ich kann diesen einfühlsamen und kompetenten Wesen, die da aufopferungsvoll ihren Dienst versehen nicht genug danken! Frisch kontrolliert und ordnungsgemäß angemeldet, durfte ich  Mama irgendwann nach 22:00 Uhr noch sehen und sie lag friedlich, mit einem im Rythmus zum dezenten Damenschnarchen wackelndem Zeh in ihrem Bett und ich wurde in der Betrachtung innerhalb weniger Minuten ruhig. Auch ich strecke immer einen Fuß aus dem Bett, wenn ich gut schlafe. :-) Ich ließ ihr ein getangeltes Bild von mir da, damit sie wusste, wenn sie aufwachte, dass ich da war.  Tom fuhr mich noch ins Hotel und dann konnte auch ich schlafen.

Eines war klar, es ging um einen endgültigen Abschied und die wichtigste Person in diesen Tagen war Mama. Egal was vorher war, egal was Verwandschaft, Freundeskreis und der Rest der Welt, der meinte dazu etwas zu sagen zu haben anmerkte, es ging um meine Mama. Auch wenn es immer wieder Tränen gab, war es eine schöne Zeit des Abschieds. Wir durften rund um die Uhr zu ihr, allerdings immer nur zu Zweit in Zimmer, so übernahm ich die Nachtwachen. Mama schlief viel und ich saß neben ihr, mit ihrer Hand in meine gelegt oder am Tisch neben dem Bett und zeichnet. Immer wieder wachte sie auf und wir konnten kommunizieren. Sie konnte nicht immer gut sprechen, weil ihr Rachen sehr entzündet war. Am 2 Tag, irgenwann gegen 3 Uhr früh legte ich meine Microns zur Seite und griff zu den Buntstiften und malte das Linienspiel, dass ich zum warmzeichnen erstellt hatte, aus. Das tat sooo gut. Am Tag darauf hatte Mama nur noch ein paar wirklich wache Momente, in denen wir noch herzlich lachen mussten und das Bild gefiel ihr sehr, sie versuchte immer zu sagen - sooo bunt. Ich erzählte, dass ich das auch probieren und vielleicht irgendwann auch damit Seminare machen würde aber es mir momentan einfach nur Spaß macht und sie nickte freudig.

In der darauf folgenden Nacht waren mein Bruder und ich bis 5 Uhr früh bei ihr. Mir fielen die Augen schon immer wieder zu und so beschlossen wir nach Hause zu fahren. Er brachte mich noch im Hornsteiner vorbei und morgens bekam ich dann den Anruf, dass meine Mutter friedlich eingeschlafen wäre. 

Wie könnte ich dieses Thema jetzt noch an mir vorbeiziehen lassen?

Hinweis

Diese Seite ist weder Eigentum noch Teil von Zentangle, Inc.

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
Dieser Text wird ausgeblendet, sobald Sie dieser Regelung zustimmen. Bitte lesen Sie auch unsere Hinweise zum Datenschutz.