Zentangle®-Kurse  Stuttgart und Umgebungvon und mit Ela Rieger, CZT

        ... und wenn mir die Worte fehlen -
                                                  dann zeichne ich ...

ein neues Muster - eher eine Tanglation - Hollibraid

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... es fing morgens beim Aufstehen schon an.

Ich hätte fast das kleine Regal neben meinem Bett umgerissen, weil mich der Schwindel heftig gepackt hatte. Nach den ersten beiden Schritten setzte der Kopfschmerz ein, der sich die Treppe runter dann über den ganzen Körper zog und so stand ich mit schmalen Augen vor einer erwartungsvoll auf den Futternapf blickenden Katze und fühlte mich vollkommen gerädert. Duschen war mir zu gefährlich, so versuchte ich mein Glück mit einem Kaffee, während ich mein laut, miauendes Schmusetier fütterte - nach dem 2 Schluck wurde mir richtig übel. Ich brauchte frische Luft. So setzte ich mich draußen in die Remise und starrte Löcher in die Luft und wartete darauf, dass mir mein Kaffee anfing zu schmecken oder ich ihn wieder los wurde. Es ist blöd, sich auf einen negativen Zustand zu konzentrieren, so versuchte ich mich abzulenken. Um in den Garten zu gehen, war ich zu wackelig, an sinnvolle Tätigkeiten war nicht zu denken, so suchte ich schon fast automatisch nach meinen Zeichenutensilien. Ich hatte am Tag zuvor aufgeräumt und sie lagen im 2. Stock im Haus - also weit weg.

Das einzige was ich fand, waren ein paar Notizzettel und einen vom Kidstanglekurs ausgefransten Micron in der Schublade. So saß ich vor meinem Notizzettel, den ich folgend "Fresszettel" nennen möchte, weil er schon Knicke und Flecken hatte und war verblüfft. Ich hatte keine Ahnung was ich zeichnen sollte. Einen Bollerwagen auf Kopfsteinpflaster im Nebel mit Rundkurs im Hirn und mir fielen keine Muster ein, die ich in den Moment zeichnen hätte können. Ich dachte an Annette, die mir vor einiger Zeit einen ähnlich unfassbaren Zustand beschrieben hatte. Ja, Ela von der Musterquelle saß da, hat den brummenden Kopf in die Hände gelegt und ihr fiel nicht ein Muster ein, was sie in diesem Moment zeichnen hätte wollen, sie kennt ja nur ein paar tausend kleine Musterscheißerchen. Das frustrierte.
Mein Kaffee drängte wieder nach draußen und ich ließ ihn mir nochmals durch den Kopf gehen, dann fühlte ich mich besser. Zwangsweise setzte mich wieder hin (wäre sonst umgefallen) und fing an Linien zu zeichnen. Linien helfen bei mir immer - ich glaube, Kitsch, Linien und Pasta machen glücklich  --- und Kekse - manchmal - aber nicht in diesem Moment.
Gerade Linien gehören nicht zu meiner Kernkompetenz, bei mir muss alles rund, fließend und weich sein, um mir gut zu tun und zu diesem Zeitpunkt musste mir gut tun, auf was ich mich einließ. Linien und Kurven, das war es - kurvige Linien sozusagen, bei dem Schwindelniveau wäre ich gar nicht in der Lage gewesen gerade Striche zu zeichnen. Die ersten vier hatten recht gut funktioniert für meinen Zustand, obwohl ich persönlich bei mir selbst unter Parallen was anderes verstehe. Alle diejenigen, denen in den Kursen was über "legt euren Perfektionismus in den Kühlschrank" erzählt habe, bitte weghören. In dem Moment war das egal, denn der Schwindel bereitete mir soundso ein unlustiges Drunter und Drüber, ich war froh, überhaupt focusieren zu können.

Das mit dem Drunter und Drüber war mir bewusst und welches Muster würde da besser passen als Hollibaugh. Da kann man ja auch nicht soooo viel falsch machen. Ich bin ehrlich - ich war zu faul oder fertig den Fresszettel zu drehen, der sich gefühlt verzweifelt an der Tischdecke festhielt, also musste das mit dem Hollibaugh'sche Drunter und Drüber weichgeschwungen und kurvig in eine Richtung funktionieren. Die Methode lebt von der Konzentration, also muss da schon eine gewisse Herausforderung sein, geschwungen, kurvig, parallel, drunter und drüber - herrjehh. 

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Nach 10 Minuten war ich in der Lage mir eine Schmerztablette und einen frischen Kaffee zu holen. Nach einer halben Stunde fand ich das was da auf meinem Fresszettel an Tinte lag schon interessant und machte mir Gedanken, wie man das "Kind" taufen könnte. Mein 1. Impuls war Painkiller von hinten nach vorn gelesen also Rellikniap, war es ja auch - im weitesten Sinne.

Meine Erinnerung kehrte zurück, leider fiel der Micron unter den Tisch und ich war nicht in der Lage hinter ihm herzutauchen. So musste eine halbseidener Kugelschreiber auf dem nächsten Fresszettel herhalten. Hier war ich schon so verwegen, einen Duotangle zu probieren. Tipple, von mir auch liebevoll Bollerle genannt. Ich finde - es war ein guter und sehr lobenswerter Versuch. ;-) Auf alle Fälle hat es geholfen, mich abzulenken, allerdings tue ich mich schwer es im Nachgang erwartungsfrei so richtig toll zu finden. ;-)Rellikniap2ETR
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Ich bin ja jetzt keine Vollblutteebeutelschwingerin aber so ein bisschen sollte die Energie eines Musters schon passen, wenn man es in die Welt hinausschicken will. Dabei kam mir, wie schon so oft ein wundervoller Artikel von Hanny Nura in den Kopf, in dem sie sich zu Namen von Muster, Tangles und Tanglations geäußert hat. Wertschätze den Ursprung. 
Irgendwie erinnerte mich das Bild auf meinem Fresszettel an Mamas leckeren Hefezopf und aufgebaut war das Muster, besser gesagt die Tanglation ja ganz zu Anfang auf Hollibaugh und so beschloss ich es Hollibraid zu nennen, so wird schnell klar, welches Muster die Mama meiner Tanglation ist. 

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Linien über Linien - ich hab es noch ein paar mal probiert und es macht mir einen Heiden Spaß, ich hoffe sehr, Euch auch

Kommentare (3)

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Liebe Ela! Deine Tangleation ist wunderschön. Fließend, organisch und - obwohl sie im Prinzip so einfach ist - braucht sie etwas Konzentration. Ideal um sich abzulenken, den Kopf zu überlisten - danke für dieses schöne Notfallmuster! LG, Anya

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Liebe Ela,
nach Deinem letzten Post auf Facebook hatte ich mich sooo sehr für Dich gefreut, dass der unerträgliche Schwindel eeendlich überwunden ist und Du wieder aufrecht stehen und gehen kannst, ohne Rollator, aus eigener Kraft. Und nun wieder...

Liebe Ela,
nach Deinem letzten Post auf Facebook hatte ich mich sooo sehr für Dich gefreut, dass der unerträgliche Schwindel eeendlich überwunden ist und Du wieder aufrecht stehen und gehen kannst, ohne Rollator, aus eigener Kraft. Und nun wieder diese hinterlistige Attacke. Aber es ist bewundernswert, wie Du diesem Gatecrasher immer wieder die Stirn bietest. Fühle Dich gaaanz liebevoll umärmelt. :3
Dein heutiger Post wirft aber auch ein ganz besonderes Licht auf das Thema "Blockade". Von den meisten gefürchtet als das Ende ihrer Kraft - sei sie schöpferisch, geistig oder körperlich - zeigt Deine Geschichte auf ermutigende Weise, dass uns eine Blockade lediglich daran hindert, auf eingefahrenen, altbekannten Wegen fortzufahren. Wir können vor ihr stehenbleiben und verzweifeln oder aber so wie DU den Blinker setzen und die Richtung ändern, um Neues zu entdecken - Neues, das uns wunderbar bereichert, so wie Dein neues Muster. Es wäre wohl nie entstanden, wenn Du nicht abgebogen wärst...

Ich wünsche Dir keine Kraft, Ela, denn das brauche ich nicht, weil Du sie längst gefunden hast. Ich wünsche Dir, dass Du nie aufhörst, sie anzufächern wie ein Feuer, dass gehegt werden will, damit es uns wohlige Wärme spenden kann.

Ich schicke Dir viele gute Gedanken,

Inge

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Liebe Ela,
toll, dass deine Unpässlichkeit zu so einer schönen Tangelation geführt hat ;-) Den Namen finde ich ganz toll, das Muster auch! Ich habe es gestern Abend noch ausprobiert- schau, ich hänge es dir hier gleich an. (Wenn klappt?!)
Ich...

Liebe Ela,
toll, dass deine Unpässlichkeit zu so einer schönen Tangelation geführt hat ;-) Den Namen finde ich ganz toll, das Muster auch! Ich habe es gestern Abend noch ausprobiert- schau, ich hänge es dir hier gleich an. (Wenn klappt?!)
Ich hoffe wir sehen uns bald? Liebe Grüße von Simone

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